Wodka

Was ist Wodka?

Wodka ist ein Publikumsliebling, bei Männern wie Frauen gleichermassen beliebt. In Bars, Clubs und Diskotheken sind Mixgetränke mit Wodka neben Bier die meistbestellten Getränke. Es kommen ständig neue Marken und Varianten auf den Markt.

Man unterscheidet drei Arten von Wodka: osteuropäischen Wodka, westlichen Wodka und aromatisierten Wodka. Der Unterschied zwischen Ost und West verschwimmt allerdings: Immer mehr neutrale Wodkas kommen aus Osteuropa, während viele Premiummarken aus dem Westen ihrem Wodka gerade einen ausgeprägteren Geschmack verleihen.

Wodkaglas

Osteuropäischer Wodka

Aus Polen, Russland und den baltischen Staaten. Zeigt in der Regel mehr Geschmacksmerkmale des verwendeten Rohstoffs.

Westlicher Wodka

Aus Westeuropa und den Vereinigten Staaten. Strebt vor allem einen möglichst neutralen und reinen Spirit an.

Aromatisierter Wodka

Wodka, dem ein Geschmack zugesetzt wurde, zum Beispiel von Früchten oder Kräutern.

Premium-Wodka

In allen drei Kategorien liegt das Wachstum vor allem im Premiumsegment; der durchschnittliche Wodka ist an seiner Grenze angekommen. Es erscheinen neue Marken aus Ländern, in denen Wodka seinen Ursprung hat, etwa Polen, Estland, Russland und der Ukraine. Oft sind das moderne Weizenwodkas, doch auch Wodka aus Kartoffeln oder Roggen hat seine Liebhaber.

Der Erfolg von Premiummarken wie Grey Goose (Frankreich), Belvedere (Polen), Ketel One (Niederlande) und Absolut (Schweden) findet immer mehr Nachahmer. Premiummarken arbeiten hart an einem exklusiven Image und legen viel Sorgfalt in die Auswahl der Zutaten, das Destillationsverfahren und die Filtertechniken. Varianten wie single malt vodka, vintage vodka (mit Jahrgang), single estate vodka und Bio-Wodka passen zu diesem Trend.

Immer häufiger wird zwischen Premium, Super-Premium und Ultra-Premium unterschieden. Damit zeichnet sich auch ein neuer Trend ab: Eine wachsende Gruppe trinkt den besseren Wodka pur oder on the rocks, um den Geschmack des Wodkas selbst stärker zu geniessen.

Wodka in Zahlen

International ist Wodka mit Abstand die grösste Spirituose. 2005 wurden weltweit 4,5 Milliarden Liter Wodka getrunken, ein Fünftel aller Spirituosen.

Das ist fast fünfmal so viel wie Rum und Brandy (Cognac und Armagnac nicht mitgerechnet), die jeweils bei etwa 1 Milliarde Liter lagen. Auf dem vierten Platz stand schottischer Whisky mit 0,7 Milliarden Litern.

Zwischen 2001 und 2005 wuchs der Wodkakonsum um 18%. Für 2005 bis 2010 wurde ein Wachstum von 4,5% erwartet.

Quelle: International Wine and Spirit Record

Die Geschichte des Wodkas

Wodka, „Wässerchen“ in den slawischen Sprachen, ist wahrscheinlich die älteste Spirituose der Welt. Russland und Polen beanspruchen beide, die Ersten gewesen zu sein. Im achten und neunten Jahrhundert wurde in beiden Ländern bereits Hochprozentiges hergestellt, doch es ist fraglich, ob man das schon Wodka nennen darf. Der erste schriftliche Nachweis von „echtem“ Wodka stammt aus Polen, aus dem Jahr 1405.

Die Destillationstechnik war damals noch primitiv. Das Getränk wurde mit Früchten und Kräutern gemischt, um den harten Geschmack zu überdecken, und hatte einen Alkoholgehalt von nur 14 Prozent. Das Reinigen von Wodka durch Filtern über Aktivkohle, eine spezielle Art Holzkohle, kam erst im neunzehnten Jahrhundert in Mode.

Der meistverwendete Rohstoff für Wodka: Getreide

In Europa wurde das Destillieren gegen Ende des Mittelalters bekannt. Man entdeckte, dass Alkohol beim Erhitzen schneller verdampft als Wasser. Der aufgefangene Dampf wurde zu einer Flüssigkeit mit höherem Alkoholgehalt abgekühlt: einem Destillat. Danach begann man, mit Alkohol aus allerlei Rohstoffen zu experimentieren, etwa aus Getreide und Zuckerrohr. In Osteuropa wurde die Technik wahrscheinlich von Mönchen verbreitet.

Wodka wurde in Russland und Polen schnell zu einem begehrten Getränk in allen Bevölkerungsschichten. Um 1700 gab es in manchen Städten bis zu 500 Wodkabrennereien. Je öfter Wodka destilliert wird, desto reiner ist er.

Nach der Russischen Revolution von 1917 wurden die Brennereien verstaatlicht. Viele Wodkahersteller flohen ins Ausland, darunter die berühmte Familie Smirnoff. Sie besass vor der Revolution die grösste Brennerei Moskaus und belieferte den Zaren mit Wodka. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Wodka immer beliebter, vor allem in Russland, Osteuropa und Skandinavien. 2006 war Smirnoff sogar die meistverkaufte Spirituosenmarke der Welt.

Im selben Jahr zeigte eine Studie, dass sage und schreibe 2,5 Millionen Russen alkoholabhängig waren. Die russische Regierung erhöhte daraufhin den Mindestpreis für einen halben Liter Wodka. Das Europäische Parlament beschloss mit dem Schnellhardt-Kompromiss, dass Wodka aus verschiedenen Rohstoffen hergestellt werden darf, solange der Rohstoff auf dem Etikett steht, wenn es sich nicht um Getreide oder Kartoffeln handelt. Dadurch dürfen vor allem amerikanische und russische Varianten in der Europäischen Union doch als Wodka verkauft werden.

Der Herstellungsprozess von Wodka

Wodka wird unter anderem aus Getreide wie Weizen, Gerste und Roggen oder aus Kartoffeln gebrannt. Anders als die meisten anderen Spirituosen reift Wodka nicht: Er kommt nach dem Filtern direkt in die Flasche. Letztlich enthält der meiste Wodka kaum etwas anderes als Ethanol und Wasser.

1. Rohstoff

Das Getreide wird zum Keimen gebracht, wodurch die Stärke in vergärbaren Zucker umgewandelt wird.

2. Gärung

Mit Wasser wird dies zu einer leicht alkoholischen Flüssigkeit vergoren.

3. Destillation

Die Flüssigkeit wird zu einem sehr reinen Alkohol von mindestens 96% destilliert.

4. Filtern und Verdünnen

Der Alkohol wird oft über Holzkohle gefiltert, die Gerüche und Unreinheiten aufnimmt, und mit Wasser auf mindestens 37,5% verdünnt. Die meisten Wodkas im Handel haben 40% bis 45%.

Wodka-Cocktail

Wodka und Cocktails

Wodka eignet sich hervorragend für Cocktails. Bekannte Wodka-Cocktails sind:

  • Bloody Mary
  • Caipiroska
  • Cosmopolitan
  • Gold Digger
  • Moscow Mule
  • Sea Breeze
  • Screwdriver
  • Vodka Daisy
  • Vodka Lime

Wodka in der Küche

Wodka eignet sich auch sehr gut für eine Marinade für Fleisch, etwa Steak oder Rinderfilet. Mische einen Teil Olivenöl und einen Teil Wodka mit Salz, Pfeffer, gehackter Petersilie, Thymian und ein paar Knoblauchzehen. Lass das Fleisch darin einige Stunden bei Zimmertemperatur marinieren und brate es danach wie gewohnt.

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